Der Aufschub der A-Liga Quali trifft auf breite Zustimmung

Der für einige Trainer doch überraschende Plan des Kreisvorstandes, die eingleisigen A-Liga erst in der Saison 2022/23 umzusetzen, verschafft den Vereinen mehr Planungssicherheit.

Wie erwartet entschieden sich die Delegierten beim außerordentlichen Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen (FLVW) für den Abbruch der Fußballsaison im westfälischen Fußball. Dagegen kam für viele Fußballtrainer der Kreisliga A 2 der Aufschub der Quali-Saison auf die Spielzeit 2021/22 jedoch überraschend. Die Entscheidung des FLVW stieß aber auf eine durchweg positive Resonanz in der Liga. Der Saisonabbruch war beim außerordentlichen Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen (FLVW) nur noch reine Formsache. Das langjährige Thema der A-Ligaquali im Fußballkreis Paderborn wird aber, auf Grund der sich hinziehenden Corona-Krise, ausgesetzt und auf die Saison 2021/22 verschoben. Somit soll dann erst in der Spielzeit 2022/23 die eingleisige Kreisliga Paderborn gestartet werden. Diese weitreichende und für viele Trainer doch unerwartete Entscheidung trifft in der Trainergilde der Kreisliga A 2 auf beinahe uneingeschränkte Zustimmung.  Auch die obere Tabellenhälfte stellt sich uneingeschränkt hinter die Entscheidung des Verbandes. Lars Kreimer, langjähriger Trainer vom Tabellenachten FC Dahl/Dörenhagen, hatte mit dieser Entwicklung zuvor noch nicht gerechnet. “Wir sind davon ausgegangen, dass die nächste Saison die Quali-Saison wird. Dementsprechend überrascht sind wir schon.” Die Argumentation klingt für den FC-Coach aber schlüssig. “Es hängt unheimlich viel Arbeit dran und es würde einfach nicht passen, wenn man die halbe Liga unter den Voraussetzungen die Corona aktuell mitbringt teilen würde. Niemand weiß, wann man wieder spielen kann und dementsprechend finde ich die Entscheidung gut.” Ähnlich sieht es auch Helge Damm vom Spitzenreiter SC RW Verne. “Ich kann die Verschiebung der Quali nur begrüßen, da die Anzahl der Absteiger aus der Bezirksliga wohl 2021 zunehmen wird.” Weniger überrascht war Willi Rocker vom Aufsteiger SG Scharmede/Thüle, die nach einer furiosen Saison beim Abbruch Platz drei innehatten. “Ich find die Entscheidung aus sozialer Sicht die optimalste für die Vereine. Sponsorengelder fallen weg, einige Vereine haben die Mitgliedsbeiträge ausgesetzt. So können sich die Vereine nach dem Stillstand wieder besser rehabilitieren und in den Ligabetrieb zurückfinden.” Bestens informiert von der Entwicklung war dagegen Robert Alteköster vom Vierten SV 21 Brenken. “In den Videokonferenzen mit dem Kreisvorstand hat sich das Thema schon abgezeichnet. Mit der Entscheidung wird dem mehrheitlichen Wunsch der Vereine entsprochen.” Aus Sicht des SV 21 Brenken ist der Zeitpunkt der Quali-Saison nicht so wichtig, “da unsere Zielsetzung in jedem Fall im Bereich der Tabellenspitze liegt.” Auf dem besten Weg zur eingleisigen A-Liga war Aufsteiger SV 21 Büren, der von einem sensationellen siebten Platz aus den Abbruch miterleben musste. Etwas kritischer sieht Sathurshan Mahendrarajah die Entwicklung. “Für uns war der Saisonabbruch natürlich sehr schade. Aber für diese Situation kann niemand etwas. Der klassische Altkreis Büren hat sich tendenziell für diese Verschiebung ausgesprochen. Von uns wurde der Wunsch geäußert, diese Eingleisigkeit auf zwei Jahre zu verschieben.” Der Massenaufstieg in die Bezirksliga wird einige Teams in kurzer Zeit wieder in die A-Liga zurückspülen, so die Meinung von Mahendrarajah. “Der sportliche Anreiz zur Quali ist dann eher kritisch zu sehen, wenn man den fünften oder sechsten Platz zur Quali benötigt.” Auf den Punkt bringt es wieder einmal der erfahrene Coach der SG Haaren-Helmern. “In weiser Voraussicht ist es die fairste Lösung für alle Beteiligten. Die Zeiten sind einfach unruhig und mit hohem Aufwand verbunden. Daher wäre jeder andere Entscheidung, im Sinne des Sportes, nicht gerecht gewesen.” Der Aufschub der Quali auf die Saison 2021/22 beschert den Teams aus der unteren Tabellenhälfte nun bis zu zwei weitere Jahre A-Ligazugehörigkeit. Coach Alexander Müller vom Schlusslicht SC Borchen II wurde von der Entscheidung etwas überrascht. “Für uns ist es nur von Vorteil. Aber dieses ganze Hin und Her verstehe ich nicht. Da haben sich schon alle mit der Situation abgefunden und jetzt rudert man wieder zurück.” Einige Infos zu der Regelung sind im Vorfeld schon zu Holger Herrmann durchgesickert, der in der kommenden Saison neuer Trainer der SG Wewelsburg/Ahden wird. “Ich finde es natürlich noch einmal spannend eine komplette Saison spielen zu können, um mit der Mannschaft das Saisonziel erreichen zu können.” Nur einen kurzen Überraschungsmoment musste Herrmann-Nachfolger Christian Komar überwinden, der mit der SG Husen/Henglarn in die Übergangssaison geht. “In den letzten Wochen haben sich Situationen und Veränderungen ergeben, die vor kurzem nicht vorstellbar waren. Die Quali um ein Jahr zu verschieben ist insofern weitsichtig und besonders wichtig, damit die sportliche Integrität dieser Qualifikation gewährleistet wird. Solange man nicht mal sicher sagen kann, wann und in welcher Form die neue Spielzeit startet, wäre alles andere unvernünftig.” Absehbar war der Aufschub für Jörg Riedel, dem neuen Coach des SV BW Etteln, der durch die Aufstockung der Bezirksligen zum Saisonende 2021 mit einer nachfolgenden fälligen Reduzierung der höheren Ligen rechnet. “Die mögliche Anzahl an zahlreichen Absteigern hätte für die A-Ligisten die Quali zudem erschwert. So kommt die Verschiebung der Quali-Saison für mich nicht überraschend.” Daher ist es für Riedel absolut in Ordnung “die kommende Saison als normale Saison zu deklarieren. So können alle planungssicher die nächste Spielzeit angehen. Wann immer sie denn starten sollte.” Den Faktor zweite Infektionswelle nimmt Waldemar Bera (TSV Tudorf) in seiner Argumentation auf. “Sollte die neue Saison abgebrochen werden, dann kann man eventuell über zwei bis vier Absteiger entschieden und nicht über 14 Teams. Daher stehe ich voll hinter der Entscheidung. Hoffe aber auch, dass wir bald in die Normalität zurückkehren können.” So muss die eingleisige A-Liga noch ein wenig auf sich warten. In welcher Form die kommende Übergangssaison abläuft kann vom Verband natürlich noch nicht abschließend gesagt werden. Insgesamt hat jeder Verein aber einfach nur den Wunsch, dass es endlich weitergehen kann und alle Mannschaft ohne gesundheitliches Risiko wieder hinter den Ball kicken können.


https://www.fupa.net/berichte/tsv-tudorf-1919-ev-der-aufschub-der-a-liga-quali-trifft-auf-2662469.html


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